Sebastien Pillon 03Sebastien Pillon 03
©Sebastien Pillon 03|Marie-Claude Vergne
SebastianDer Mann, der gegen den Strom trabt

Sébastien Pillon

Es ist 8:30 Uhr. Während der Strand noch schläft, erreichen ein Pferdetransporter und ein Van die Slipanlage der Segler in Jullouville. Keine Urlauber in Sicht: Hier ist die Stunde der Champions. Zwei Pferde steigen aus dem LKW und sind schon bereit für das Training. Sébastien und Alexandra bereiten sich auf ihr morgendliches Ballett auf dem Vorland vor.

Bei der Begegnung mit

Sebastian

Der 37-jährige Sébastien Pillon lebt, atmet und trabt seit seinem 16. Lebensjahr mit Pferden. Und vor 11 Jahren hat er beschlossen, seine eigenen Zügel in die Hand zu nehmen und seinen eigenen Stall zu gründen. Heute besteht sein Stall aus 15 Pferden und 52 Siege reihen sich in seiner Erfolgsliste aneinander. Seine Liebe zu Pferden? Er hat sie von seinem Vater, einem leidenschaftlichen Rennfahrer, der davon träumte, ein eigenes Pferd zu besitzen. Nachdem er sich diesen Traum erfüllt hatte, ließ der kleine Sébastien die Rennbahnen nicht mehr los. “ Die Rennbahn war mein Sonntagsausflug „, scherzt er.

Der Strand

als Spielplatz

Warum trainiert er in Jullouville? Weil es für Sébastien ganz einfach das beste Gelände ist, das man sich vorstellen kann. Der Sand bietet einen weichen Boden, der perfekt für die Gelenke der Pferde ist, und auf den langen Geraden kann man ihre Geschwindigkeit, ihren Atem und ihren Willen beobachten. Die Pferde legen bis zu 10 Kilometer zurück, wobei die Besten Spitzengeschwindigkeiten von 56 km/h erreichen. Natürlich muss man mit den Gezeiten jonglieren: zwei Stunden vor Vollmond, zwei Stunden danach, nicht mehr.

Baden und Purzelbäume

auf dem Programm

Bei der Trainingseinheit geht es jedoch nicht nur um Leistung. Bei den Pillons steht das Wohlbefinden der Pferde an erster Stelle. Nach 25 Minuten Anstrengung werden die Pferde sorgfältig gebadet, wie Sportler, die nach einem Wettkampf verwöhnt werden. Dann kommt der Lieblingsmoment einiger Pferde: das Wälzen im Sand. Ein entspannendes und zugleich praktisches Ritual, denn ein sandiges Pferd ist ein Pferd, das schnell trocknet.

Der Jockey

der Gezeiten

Sebastian und Alexandra kommen zwei- bis dreimal pro Woche an diesen Strand zurück, den sie in- und auswendig kennen. Und wenn er nicht gerade auf seinem Sulky sitzt, versucht Sébastien, sich ein paar Augenblicke Zeit zu nehmen, um… Fahrrad zu fahren oder im Fluss zu angeln. Aber seien wir ehrlich: In diesem Beruf zählt der Tag nicht die Stunden. Sébastien Pillon ist so etwas wie der Jockey der Gezeiten, ein Mann, der gegen den Strom trabt, der Strenge, Leidenschaft und einen Hauch von sanfter Verrücktheit vereint. Und am Strand von Jullouville hinterlassen seine Pferde nicht nur Spuren im Sand, sondern auch ein wenig Traum.

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