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Marc Gourreau Archipel Granville

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Photos © B. Croisy – coll. EPIC Archipel

Marc GourreauLeiter des „Archipel“ in Granville

Marc Gourreau

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Marc Gourreau ist seit 2017 Direktor des „Archipel de Granville“. Schon sehr früh entwickelte er eine Leidenschaft für die darstellenden Künste, ein Interesse, das er seit seiner Kindheit hegt.

Ein Gespräch mit Marc Gourreau

Sein Werdegang in Kürze

Er absolvierte zunächst ein Studium der Darstellenden Künste und anschließend der Literaturwissenschaft im Rahmen eines Doppelstudiums mit zwei Bachelor-Abschlüssen. Er erklärt, dass er sich für den literarischen Weg entschieden habe, um den Erwartungen seiner Eltern gerecht zu werden, die sich wünschten, dass er ein „seriöses“ Studium einschlage. In den 90er Jahren war er an der Gründung des Universitätsfestivals „Les Fous de la rampe“ beteiligt und begann zudem, seine ersten Theaterstücke zu schreiben („Fous Alliés“ und „Histoires d’Hommes“).

Sein beruflicher Werdegang entwickelte sich anschließend durch verschiedene Tätigkeiten im Kultur- und Theaterbereich. Er war als „Objecteur de conscience“ am Théâtre de Caen tätig, arbeitete anschließend bei einer Tanzkompanie in Le Havre und später am Théâtre de la Presqu’île, der Granvilleer Theatergruppe von Michel Vivier. Anschließend setzte er seine Karriere im Kulturzentrum Athéna in Auray im Departement Morbihan als PR-Beauftragter fort. Anschließend kehrte er 2001 mit der Gründung des„Archipel“ in die Normandie zurück, wo er nacheinander die Funktionen eines Projektbeauftragten und dann des stellvertretenden Direktors bekleidete, bevor er 2017 dessen Direktor wurde.


Eine Leidenschaft für die Bühne, die schon in der Kindheit entstand

Sein Wunsch, im Bereich der darstellenden Künste zu arbeiten, geht auf Kindheitserinnerungen zurück, als er bei seinen Großeltern untergebracht war. Er erwähnt beispielsweise den Einfluss von Thierry Le Luron: „Meine Eltern ließen mich bei meinen Großeltern, und ich bewunderte diesen Mann, dem es gelang, sich die Stimmen anderer anzueignen“, verrät er.

Er sagt, dass ihn in dieser Zeit auch andere Persönlichkeiten geprägt haben, wie Bourvil, Fernand Raynaud, Jacqueline Maillan und Fernandel, die seine Fantasie beflügelten und diese frühe Verbindung zum Theater stärkten.

Was ihn auch heute noch, nach all den Jahren im Kulturbereich, begeistert, ist die Vorstellung, dass das Theater, wie er es ausdrückt, „ein unerschöpflicher Quell ist, der einen unaufhörlich nährt, der das eigene Leben und das der anderen relativiert, indem gesellschaftliche Themen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden “, verrät er.

Er fügt seine Verbundenheit mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk hinzu: „Die Bedeutung der Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verdanke ich meinen Eltern. Dank dieses in Frankreich so wertvollen öffentlich-rechtlichen Rundfunks macht die Gesellschaft noch Sinn und ermöglicht es uns, gemeinsam voranzukommen. Die Kultur ist eine ihrer tragenden Säulen, die unser Leben als aufgeklärte Bürger und Bürgerinnen begleiten muss.“

Im Jahr 2025 schreibt er einen Roman mit dem Titel „Blessure d’Indochine“, der im Anépigraphe-Verlag erscheint. Aus diesem Text entsteht eine Theateradaption (Garde-Boue!) durch die im Straßentheater spezialisierte Compagnie Théâtre Group’ aus dem Jura. Das Stück wurde bei seiner Uraufführung vom Publikum sehr gut aufgenommen und erhielt die berühmten drei „T“ der Kritik der Zeitschrift Télérama.

Ein Erfolg, der von einem ganzen Team getragen wird

Für Marc liegt die Einzigartigkeit des„Archipel de Granville“ vor allem in seinem Publikum. Er hält es für unerlässlich, dessen Erwartungen zu erfüllen, sich aber gleichzeitig manchmal auch davon zu lösen, um neue Perspektiven zu eröffnen und andere Themen zu wagen.

Das Festival „Sorties de bain“ nimmt dabei einen besonderen Platz ein. Er beschreibt es als Gemeinschaftswerk, das von einem engagierten Team getragen und von zahlreichen Freiwilligen unterstützt wird – „die Lebensader dieser Veranstaltung“. Seiner Meinung nach ist es ein Festival, bei dem man ebenso Akteur wie Zuschauer ist: „Auf der Straße gibt es keine Bühne und keinen Saal, die Zuschauer befinden sich auf derselben Ebene wie die Künstler – daher rührt diese unglaubliche Energie, die davon ausgeht!“

Er erinnert sich auch daran, wie sich die Sichtweise der Einwohner auf diese Veranstaltung gewandelt hat: „Als die Einwohner von Granville akzeptierten, dass unsere Stadt zu einem Ort mit dem Label ‚Straßenkunst‘ wurde, war das für mich und mein Team die schönste Belohnung“, verrät er.

Eine Botschaft an die jüngeren Generationen

Abschließend haben wir ihn gefragt, ob er den Jüngeren eine Botschaft mit auf den Weg geben möchte. Ohne zu zögern antwortete er uns: „Wagt es, Risiken einzugehen, und setzt euch weiterhin durch die Kunst für die Meinungsfreiheit und die Vielfalt ein. Das ist eines unserer wertvollsten Güter!“

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