Raphaelle – „Petite Frappe“ 22
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Raphaelle – „Petite Frappe“ 22

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Harmony Perrière

RaphaëlleDie Seele des Leders hinter „Petite Frappe“

Raphaëlle

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Schon nach wenigen Minuten im Gespräch mit Raphaëlle wird klar, dass ihr Werdegang alles andere als gewöhnlich ist. Mit 44 Jahren hat sich die ehemalige Produktmanagerin einer Werbeagentur dazu entschlossen, ihr Leben neu auszurichten und „Petite Frappe“ ins Leben zu rufen – eine Werkstatt für handgefertigte Lederwaren, in der jedes Stück eine Geschichte erzählt.

Porträt einer Designerin

Raphaëlle, die sich vor zwei Jahren in Granville niedergelassen hat, nachdem sie sich bei einem einfachen Wochenendausflug mit Freunden auf den ersten Blick in die Region verliebt hatte, fand hier sofort das, wonach sie gesucht hatte: ein inspirierendes Lebensumfeld und eine herzliche Aufnahme. „Ich war sofort begeistert von der Atmosphäre und den Menschen hier “, erzählt sie.

Nach zehn Jahren, in denen sie Produktlinien für große Marken entwarf und sich dabei auf „Made in France“, ethische Produkte und Beschriftungstechniken spezialisierte, wurde ihr klar: Sie wollte „auf die andere Seite wechseln “. Nicht mehr für andere entwerfen, sondern für sich selbst kreieren.

So entstand „Petite Frappe“, das am 15. April dieses Jahres offiziell auf den Markt kam. Heute trifft man Raphaëlle auf den Kunsthandwerkermärkten der Region an, während sie ihr Atelier weiterentwickelt, das vorerst noch bei ihr zu Hause untergebracht ist.

Eine Leidenschaft, die zum Beruf wurde

Seit jeher ist Raphaëlle von Veredelungstechniken fasziniert: Stickerei, Siebdruck, Heißprägung. Nach jahrelanger Zusammenarbeit mit Handwerkern wurde der Wunsch, selbst Hand anzulegen , immer stärker.

Ihre Wahl fiel ganz natürlich auf Leder.

Ich liebe seinen Geruch, seine Haptik und vor allem seine Langlebigkeit. Es ist ein edles Material, das die Zeit überdauert.“

Sie arbeitet ausschließlich mit pflanzlich gegerbtem Rindsleder – ein traditionelles Verfahren, bei dem die Haut mithilfe von Tanninen aus Baumrinden und Pflanzen ohne den Einsatz von Chemikalien verarbeitet wird. Ein Ansatz, der das Material schont und ihren Werten entspricht.

Was schätzt sie besonders? Individuelle Projekte.

Jede Anfrage wird zu einer Begegnung, einem Austausch, einem gemeinsamen Denkprozess, um ein einzigartiges Objekt zu schaffen, das seinen Besitzer viele Jahre lang begleiten wird.

Im Herzen der Kreativität

Inspiration findet man überall.

Eine Ausstellung, ein Fundstück vom Trödelmarkt, die Arbeit eines anderen Kunsthandwerkers, ein Detail, das man bei einem Spaziergang entdeckt.

Sein allererstes Werk war ein Kartenetui.

Ich wollte ein kleines, nützliches Objekt schaffen, das man einfach in die Tasche stecken kann und das schon eine Geschichte erzählt.“

Heute ist das Stück, auf das sie am meisten stolz ist, die „Bisou Bag“, eine kleine, vollständig von Hand gefertigte Tasche aus pflanzlich gegerbtem Leder. Zwischen zwei und drei Stunden Arbeit sind nötig, um diesem Modell, das zu einem Symbol ihrer Welt geworden ist, Leben einzuhauchen.

Zu Beginn des neuen Schuljahres wird Raphaëlle an der France Design Week teilnehmen: Zusammen mit vier weiteren Kunsthandwerkern bereitet sie eine Ausstellung mit dem Titel„Matières premières, Manières de faire“ vor, deren Thema die technische Herausforderung der Handarbeit angesichts der Industrialisierung ist.

Das Know-how – zwischen Tradition und Kreativität

In seinem Atelier durchläuft jedes Werk einen sorgfältigen Entstehungsprozess.

Alles beginnt mit dem Zeichnen des Schnittmusters – oder manchmal auch ganz ohne Schnittmuster… Anschließend wird das Leder mit einem Cutter zugeschnitten, dann werden die verschiedenen Teile zusammengesetzt, bevor die letzten Feinarbeiten erfolgen.

Raphaëlle arbeitet gerne mit schönen Werkzeugen, die oft eine lange Geschichte haben. Dazu gehören unter anderem ein alter Winkel, den sie auf dem Dachboden des Hauses gefunden hat, in dem sie heute lebt, oder eine alte Walze, mit der sie die Klebeflächen glättet. Diese alten Gegenstände stehen neben technischeren Geräten wie einer Heißprägepresse, einer Industrienähmaschine oder einer Nietpresse.

Doch ihr liebster Moment liegt schon lange vor der eigentlichen Fertigung.

„Am liebsten mag ich die Idee. Den Moment, in dem jemand mit einem Wunsch, einer Geschichte oder einem Projekt zu mir kommt und wir uns gemeinsam vorstellen, was daraus werden könnte.“

Sie führt übrigens ein Notizbuch voller Wörter, kleiner Sätze und Redewendungen, die ihre zukünftigen Kreationen inspirieren.

Müsste sie ihre Welt in drei Worten zusammenfassen, wären es ganz einfach:

„Leder, Herz und Farben “.

Den Blick auf die Zukunft richten

Nach einem ersten Jahr voller Begegnungen auf den Märkten möchte Raphaëlle nun ihren Online-Shop ausbauen und gleichzeitig weiterhin auf lokalen Veranstaltungen präsent sein.

Ihr nächstes großes Projekt ist die Eröffnung eines richtigen Ateliers mit Laden in der Region Granville Terre et Mer innerhalb des nächsten Jahres – ein Ort, an dem sie Besucher empfangen und ihr Know-how noch besser weitergeben kann.

Denjenigen, die davon träumen, sich in ein handwerkliches Abenteuer zu stürzen, gibt sie einen einfachen, aber aufrichtigen Rat:

„Hört auf eure Ideen, vertraut ihnen. Traut euch! Alles wird möglich, sobald man den ersten Schritt wagt.“

Und wenn sie ihr Atelier verlässt, findet sie ganz selbstverständlich am Meer neue Inspiration. Mit einem Buch in der Hand, am Strand direkt vor ihrer Haustür sitzend, genießt sie die Sanftheit der Küste von Granville, bevor sie zurückkehrt, um sich die nächsten Geschichten auszudenken, die das Leder erzählen wird.

Artikel verfasst von Harmony PERRIÈRE, Botschafterin der Destination Granville Terre et Mer